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Stand 30.06.2022

Surround - Seite

von K. Föllner

Man begann bereits in den 50er Jahren mehrkanalig aufzuzeichnen, damals natürlich noch komplett analog, allerdings konnten nur Kinogänger diesen Sound genießen. Man verwendete bis in die 70er Jahre die verschiedensten Analog-Mehrkanalverfahren. Da das ziemlich aufwändig, wenig portabel und umständlich war, wurde von den Dolby Laboratories das Dolby-Stereo-Verfahren entwickelt, was später auch als Dolby Surround Pro Logic bekannt wurde. Da das aber  wesentliche Schwächen hat, kamen dann neue digitale Mehrkanalverfahren.

Da viele hier kaum noch durchsehen, eine kurze Übersicht der wichtigsten Begriffe und Abkürzungen aus den Bereichen Surround, TV und Video.

Audio / Raumklang:
  • Stereo : Bedeutet räumlich. Die räumliche Ortung wird durch 2 Lautsprecherkanäle gewährleistet, die getrennt übertragen werden. Allerdings sind gute Anlage und Lautprecher und Aufnahmen Voraussetzung, um wirkliche Räumlichkeit zu erleben, im Pop-Bereich wird oft auf Ping-Pong-Effekte statt ehrlicher Stereo-Aufnahmen gesetzt. So kam es auch zum Ultra-Stereo, was Ende der 80er im Filmbereich eingesetzt wurde. Hierbei wurden die wiedergebenen Sound-Quellen auf der Stereo-Basislinie besonders stark mit Amplitudenunterschieden- und Phasenverschiebungen versehen, um die Position deutlich hörbar zu machen.
  • DOLBY SURROUND : Ein analoges Verfahren, bei dem ein (hinterer) Rear-Kanal durch Phasenverschiebung und ein Center-Kanal durch Summenbildung in das "normale" Stereosignal hinein gemischt werden. Dadurch ist es kompatibel mit Stereosignalen, wie bei TV, Video... und lässt sich ohne großen Aufwand dekodieren. Es hat jedoch den Nachteil des geringen Frequenzgangs (100 Hz - 7 kHz) des hinteren Kanals und der schlechten Kanaltrennung zwischen den vorderen und dem hinteren Kanal. Es ist äußerst preiswert mit Matrixdecodern und mit Musik werden gute Ergebnisse erzielt. Bei Filmen ist das klangliche und räumliche Ergebnis nur durchschnittlich. (siehe Beschreibung) Oft bleiben hierbei die Frontkanäle unverändert und nur der hintere Kanal wird aufbereitet. Normalerweise entfällt dann ein zusätzliche Center-Kanal.
  • DOLBY SURROUND PRO LOGIC ® : Das Grundverfahren ist das gleiche, nur dass hier wesentlich aufwendiger die Richtungsinformationen überarbeitet werden, wodurch sich die Kanaltrennung verbessert. Das ist das Standard-Raumklangverfahren, das für Stereo-Quellen heutzutage in Surround-Receivern eingesetzt wird. Dieses System entstand Mitte der 70er Jahre unter dem Namen "Dolby Stereo" und wurde zuerst in Kinos eingesetzt, bis es dort durch die überlegenen digitalen Mehrkanalsysteme (ab Ende der 80er Jahre) verdrängt wurde. Der Zusatz Pro Logic bedeutet nur, dass die Decoder auf die gleiche Weise, wie die Original-Kino-Decoder funktionieren. So gehört hier ein Center unbedingt dazu. Die Ergebnisse können sich hören lassen, allerdings nur bei reinen Surround-Aufnahmen, bei Stereo-Musik sind Verfärbungen, Pump-Effekte und räumlich umher springende Signalquellen zu hören. Trotz besserer Kanaltrennung sind aber die Einschränkungen immer noch hörbar. Als es in den 90-ern begann, sich im Heimbereich durchzusetzen, war es im Kino schon fast überall durch Dolby Digital (oder andere Systeme) ersetzt worden, es ist also ein Restprodukt, das man noch einmal für den Heimbereich vermarkten wollte. (Das ist nicht negativ gemeint!) Bei einigen Kinoproduktionen, vor allem bei Low-Budget-Movies wird es allein aber immer noch hin und wieder benutzt.
  • DOLBY SURROUND PRO LOGIC II (2) : Mit dieser Erweiterung des Standard-Pro-Logic-Surrounds kann ein zusätzlicher Kanal für hinten codiert werden. Somit hat man 3 Frontkanäle (Left, Center, Right) und hinten 2 Kanäle. (Theoretisch lassen sich auch 3 hintere Kanäle nutzen.) Der Frequenzgang der Rear-Kanäle kann jedoch optional erweitert werden. Das neue Prinzip ist in der Berechnung aufwendiger und abwärtskompatibel. Der Hauptvorteil ist jedoch, dass nun auch Stereoquellen besser dekodiert werden können, ohne dass groß Pumpeffekte oder ähnlich entstehen. Das qualifiziert das System für den Einsatz im HiFi-Bereich (Home und Car-HiFi), da Musik fast ausschließlich immer noch in rein Stereo kodiert ist.
  • VIRTUAL DOLBY SURROUND ® : Eigentlich Blödsinn: Dabei wird aus dem "2-kanaligen" Dolby Surround-Signal der hintere Kanal (Rear) überrechnet mit Filtern wieder in das Stereo-Signal hinein gemischt, um mit 2 Lautsprechern ein raumklangähnliches Feeling zu verbreiten. Das wird z.B. bei Fernsehern eingesetzt, um die hinteren (und den Center-) Lautsprecher einzusparen. Das Ergebnis ist zwar räumlich beeindruckender als TV-"Stereosound", hat aber mit richtigem Surround nichts zu tun.
  • DOLBY DIGITAL (5.1) ® : Dieses auch als AC-3 (Audio Coding No. 3) bezeichnete 5.1 System arbeitet vollständig digital und stammt ebenfalls aus dem Kino. Es wurde Anfang der 90er zuerst noch unter der Bezeichnung Dolby SR-D (Dolby Stereo Digital) verwendet. Durch die hohen Kosten (Chips etc.) setzte es ich jedoch erst etwas später weltweit durch. Hier werden die Daten von 5 Hauptkanälen (Left, Right, Center, Rear L, Rear R) mit vollem Bereich (20 Hz - 20 kHz bei 16 Bit) und einem Bass-Kanal(bis 80 - 120 Hz) dynamisch (Die Kanäle mit den meisten Informationen erhalten die meisten Daten) auf bis zu 320 kb/s komprimiert und auf dem Film gespeichert. Bricht die Datenrate zusammen b.z.w. der Datenstrom ab, wird auf die normale analoge Tonaufzeichnung (Stereo b.z.w. Dolby Surround) umgeschaltet, was im Kino damals zu hören war, wenn der Film schon "runtergeludert" wurde. Dieses System wird neben dem Kino noch auf Laserdisks, DVDs und später HD-DVDs und BluRays eingesetzt. Auf DVDs wurde mit einer höheren Datenrate von 384 kb/s bzw. 448 kb/s gearbeitet. Theoretisch sind bis 692kb/s möglich, genutzt werden oft 640 kbps auf BluRays. Es ist meiner Meinung nach, heute der optimale Kompromiss eines digitalen Mehrkanal-Verfahrens für Filme durch seine gute und "intelligente" Komprimierung. Dieses System ist nicht kompatibel zu Dolby Surround, es müssen die analogen Daten entweder doppelt übertragen (und gespeichert) werden, oder sie werden per Downmix neu erstellt, damit etwaige analogen Pro Logic-Decoder korrekt funktionieren. Wird auch bei digitalem TV(DVB-S und /DVB-C) eingesetzt, da keine Patentgebühren mehr zu zahlen sind.
  • DOLBY DIGITAL 2.0 : Die 2 steht nicht für die Version, sondern die Kanalanzahl, es wird so "nur" ein Stereosignal (deshalb 2) komprimiert, das Dolby Surround Pro Logic - Informationen enthalten kann. So funktioniert es ähnlich MPEG-1-Audio, nur ist die Qualität besser, da die Komprimierung besser und die Datenrate (üblich 192 oder 224 kb/s) höher ist. Dieses Verfahren wird normalerweise zur Speicherung von Stereo- oder Dolby Surround Pro Logic auf DVDs und BluRays eingesetzt. Es ist zwar sehr selten, aber ich habe auch schon die Bezeichnung Dolby Digital 4.0 gesehen. Hierbei werden die 4 Kanäle, die auch beim analogen Dolby Surround (Left, Center, Right, Rear) verwendet werden, digital getrennt codiert und komprimiert, um eine höhere Kanaltrennung als bei analogen Surround zu erreichen. Dabei wird dann jedoch im allgemeinen nur der analoge 5.1 Ausgang des DVD-Players benutzt. DOLBY DIGITAL 1.0 für alte Mono-Filme wird selten eingesetzt, hier ist eine Datenrate von 96 kbps üblich, meist wird aber 2.0 mit 192 kbps verwendet.
  • DOLBY Digital EX: Das ist eine weitere Erweiterung des Standards. Der Unterschied ist ein ein zusätzlicher Hauptkanal, ein Rear-Center, also für eine Box, direkt hinter einem. (Das bedeutet 6.1) Wie stark die Verbesserung zum 5.1-System ist, hängt vom räumlichen Umfeld ab, so sind vor allem Verbesserungen in großen Kinos zu bemerken.
  • DOLBY Digital Plus: Ist der Nachfolger (E-AC3) von Dolby Digital für noch mehr Kanäle (bis 13.1) bei höherer Datenrate bis zu 6 MBit/s. So sind auch neben mehr Kanälen auch 96 kHz Samplingrate und 24-Bit-Quantisierung möglich. Er kann auf BluRay und HD-DVD eingesetzt und über HDMI übertragen werden. Leider ist die Datenrate für S/P-DIF zu hoch.
  • DOLBY E: Damit bekommen es nur Profis (Ton-Ing. und Tonmeister) zu tun. Dieser Standard ermöglicht die beliebige Speicherung von 8 Kanälen. Die mit 20 Bit und 48 kHz gesampleten Aufnahmen werden verlustarm auf 1,92 Mb/s komprimiert. Möglich sind auch 16- und 24-Bit-Sampling. Doch es ist nicht entwickelt worden, um den Mehrkanalmarkt noch weiter durcheinander zu bringen. Es wird bei der Produktion eingesetzt, aus denen dann die Dolby Digital- (oder theoretisch auch DTS-) Kanäle (5+1 bis 7.1) direkt gespeichert und erstellt werden können. Es hat große Vorteile bei der Synchronisation und dem Schnitt, ist aber sehr teuer und aufwendig. So hat man es als Anwender (Hörer) nie damit zu tun.
  • DOLBY TrueHD: Mit bis zu 18 Mit/s können verlustfrei 8-Kanäle Surround (theoretisch auch mehr) komprimiert, gespeichert und übertragen werden. Dabei wird mit 24-Bit-Samplingtiefe und 96 kHz gearbeitet, Wird die Kanalanzahl reduziert, sind sogar 192 kHz möglich. Ist auf allen HD-DVDs drauf und kann auch bei BluRays verwendet werden.
  • MPEG-2-Audio : Nicht verwechseln mit dem Videokomprimierverfahren! Das durch die CD-I von Philips entwickelte MPEG-1-Audio wurde erweitert, um ebenfalls 5 zusätzliche Kanäle (48 kHz, 16 Bit) zu kodieren. Es ist so sogar theoretisch möglich 7.1 Kanäle zu übertragen, da man die Frontkanäle von der Stereocodierung von MPEG-1 mitverwenden kann. Das nutzt man jedoch nicht, da die Original-Frontkanäle eine geringere Qualität aufweisen und fast alle Home-Verstärker und Decoder damit nur 5 Kanäle unterstützen. MPEG-2-A sollte, so Philips, der Standard auf DVDs in Europa werden, obwohl sich AC-3 in Japan und USA schon lange durchgesetzt hatte. Es gibt so in Europa einige wenige DVDs mit MPEG2-Audio-Kodierung, meist von Philips- oder Sony-Videovertrieben, das waren jedoch nur Alibi-Pressungen während des Tonformatkriegs in den 90-ern. Bei MPEG wird gänzlich anders als bei AC-3 komprimiert, wodurch aber Nachteile bei der räumlichen Ortung entstehen. Die Datenrate ist variabel zwischen 32 und 912 kb/s und liegt durchschnittlich auf dem gleichen Niveau wie bei AC-3, 384 kb/s. Es besitzt leichte Vorteile im Frequenzverhalten, hat dafür Nachteile im Phasenverlauf. Es führte für einige Zeit auf DVDs in Europa ein (hässliches) "Nebeneinander" mit AC-3, da zum Beginn der DVD in Europa kein Dolby Digital freigegeben war.
  • SDDS (Sony Dynamic Digital Sound ®) : Dies ist ein 7.1-Kanalsystem, das SONY entwickelte, um damit einen neuen Standard in den Kinos zu schaffen. Die zusätzlichen Kanäle sind ein left Center und ein right Center. Es besteht aber die Möglichkeit, das Signal auf 5.1 Kanäle aufzuteilen. Die Datenrate liegt durch ein Verfahren ähnlich der ATRAC-Kompression (von MiniDisc) bei 1280 kb/s, die Ausgangskanäle wurden mit 44,1 kHz 16 Bit gesamplet. Trotz dieser Vielzahl an Kanälen und der hohen Datenrate war es für mich klanglich und räumlich überhaupt nicht überzeugend. Ich habe z.B. MIB damals Im Kino damit gesehen / gehört und es war enttäuschend. Es wird nur in großen Kinos eingesetzt, die aber auch über AC-3- und DTS-Decoder verfügen und meist diese benutzen. Grund sind die hohen Decoder- und sehr hohen Filmkopierkosten, da man die Daten extrem aufwendig (langwierig) auf dem Film speichert. Im Heim-Bereich wird dieses System nicht verwendet. Man benötigte 7 Vollbereichskanäle auch nur im Kino, wenn man eine extrem große Leinwand besitzt, an der ziemlich nah Zuschauer sitzen. Zu Hause bieten die 3 Frontlautsprecher bei richtiger Aufstellung eine genügend große Basisbreite, so dass mehr Kanäle nur störend wären.
  • DTS (Digital Theater Systems) ® : Dieses 5.1 Kanal-Verfahren (üblich 5x 48 kHz, bei 16 oder 20 Bit) war lange Zeit das klanglich beste in den Kinos und zu Hause, es existiert seit 1993. (kam mit Jurassic Park) Es kann prinzipiell (DTS Coherent Acoustics) Multikanal mit bis zu 192 kHz / 24 Bit komprimieren. Das Grundprinzip funktioniert ähnlich ADPCM, also ist die Komprimierung weniger aufwendig als bei AC-3. DTS hat jedoch eine wesentlich (bis 5x) höhere Datenrate, benutzt wird z.B. 768 kb/s oder 1536 kb/s, wodurch der Klang, die Dynamik und Räumlichkeit nochmals verbessert werden konnten, was besonders bei hochqualitativen Musikvideos sinnvoll ist. Von Nachteil ist nur die große Datenmenge b.z.w. Datenrate. Im Kino lief bei DTS deshalb auch synchronisiert eine (nach der anderen) CD mit. Das hat auch den Vorteil, dass bei zerkratzten Filmen der Mehrkanalton konstant gut blieb. "Surround-Fans" nutzten dieses Verfahren auch auf DVDs. Es erschienen aber mehr DVDs in den USA damit, da dort die DVD bereits ihren Durchbruch hinter sich hatte, NTSC auch weniger Platz (20 %) benötigt und es kein MPEG-2-A als "Alternative" gab. Hierbei ist DTS immer die zweite Möglichkeit, Standard-Dolby-Digital (5.1 oder 2.0) ist dabei trotzdem immer vorhanden. Vergleiche zwischen beiden Systemen (Dolby und DTS) sind jedoch problematisch, da üblicherweise bei Filmen beide Verfahren auch getrennt und unabhängig voneinander gemastert und abgemischt werden. Meiner Meinung nach sind 640 kbps mit AC3 klanglich aber besser als 768 kbps bei DTS. Auf BluRays ist DTS eine von vielen Optionen.
  • LPCM : steht für Linear-PCM (Pulse Code Modulation) und ist das unkomprimiertes Format (wie auf der Audio-CD, DAT etc.). Hierbei werden in definierten Abständen (etwa alle 22 µs bei CD entsprechend 44100 Samples pro Sekunde) der Wert mit einem A/D-Wandler quantisiert (z.B. 16 Bit mit 65536 Stufen) für jeden Kanal gespeichert. Umgekehrt funktioniert dann prinzipiell die Wiedergabe. Die Samplingrate bestimmt die obere Grenzfrequenz und damit auch die Auflösung im Zeitbereich. Die Abtastfrequenz muss mehr als doppelt so groß sein wie die obere Grenzfrequenz (vorher mit analogen Tiefpassfilter festgelegt) des Signals. (Abtatstheorem von Shannon/Nyquist) Bei einer CD (44,1kHz) ist eine obere Grenzfrequenz von etwa 20 kHz erreichbar, bei einer DAT-Aufnahme (48 kHz) ca. 22 kHz, bei (DVD-A, HD-DVD, BluRay) mit 96 kHz etwa 45 kHz und mit 192 kHz ist sogar eine obere Grenzfrequenz von etwa 90 kHz. Wer meint, dass das eh' niemand hört, schau auf hier diese Seite. Die untere Grenzfrequenz bei der digitalen Übertragung ist 0, da auch Gleichspannungen problemlos gesamplet und übertragen werden können. Da nach dem DA-Wandler aber wieder eine Analogstufe folgt, wird durch kapazitive Entkoppelung entsteht hier wieder eine untere Grenzfrequenz. Zeitliche Abweichungen werden als Jitter bezeichnet. Dieser Fehler, ein Phasenversatz, entsteht z.B. allein schon durch die Sample&Hold-Schaltung und parasitäre Schaltkapazitäten. Die Quantisierung (z.B. mit 16 Bit) bestimmt die Auflösung bei der Amplitude und so auch den maximalen Dynamikbereich und vor allem den Rauschabstand. Die Quantisierung (in Bit) zeigt also, wie genau die Digitalisierung der Spannungswerte vorgenommen wird. Mit jedem einzelnen Bit können doppelt so viele Stufen (heißt praktisch +6,02 dB) angesprochen werden, was bei 8 Bit 256 verschiedene Pegelstufen sind. Das ist für dynamische Pegel zu wenig, es reicht aber für Sprache (z.B. Telefon mit 8-kHz-Sampling) mit einem Rauschabstand von theoretisch über 40 dB. Bei 16 Bit sind 0 und 65535 andere Pegelstufen möglich, was schon einen Dynamikumfang von mehr als 90 dB ermöglicht. Um den vollen menschlichen Hörumfang (Hör- bis Schmerzschwelle) von etwas mehr als 130 dB zu überstreichen, sind dann minimal 22 Bit nötig. Man verwendet deshalb heute oft (3 Byte-) 24-Bit-Wandler, die eine extrem feine Abstufung (ca. sechzehn Millionen, genau sind es 16 777 216 Stufen!) mit sogar noch etwas Reserve bieten.
  • Warum nicht weniger geht? Durch eine Abweichung in der Zuordnung des Pegel entsteht ein Quantisierungsfehler, der direkt das Rauschen hervorruft. Denn der analoge Pegel ist theoretisch nie 100% exakt auf einer Stufe, so dass sein Originalwert von der Stufe abweicht. Die Abweichung beträgt dann maximal einer halben Stufenhöhe. Die Abweichungen die bei der Quantisierung entstehen, werden Gain Matching genannt, sie entstehen immer, z.B. auch durch Offsets der OPs im ADC. (Analog-Digital-Converter) Zum Rauschabstand von Digitalquellen: So genau lässt er sich nicht angeben, da er direkt vom Effektivwert des Signals abhängt, sich also permanent ändert. Linear bei LPCM bedeutet hierbei, dass alle diese Stufen, den gleichen Abstand zueinander haben. Es ist auch eine nichtlineare, z.B. logarithmische Abstufung wie bei A-Law, u-Law (Telefon) möglich. Auf Audio-DVDs können z.B. PCM-Ströme bis zu einer Datenrate von 6,144 Mbit/s gespeichert werden.
  • THX ® : ist kein eigenständiges Verfahren, sondern "nur" eine Klang-Lizensierung b.z.w. Norm von Lucasfilm (seit 1982). Bei THX (Tomlinson Holman eXperiment oder TH X-over) müssen bestimmte Kriterien (von jedem Gerät) erfüllt werden, um nach einer Zahlung an das THX-Zertifikat zu kommen. Das ursprüngliche THX wurde in THX-Ultra umbenannt, da eine qualitativ weniger anspruchsvolle Norm namens THX-Select eingeführt wurde, was aber meist kaum verwendet wird, da typische THX-lizensierte Geräte die Ultra-Norm erfüllen. So arbeiten z.B. beim einfachen analogen THX (4.0 Surround) die hinteren Lautsprecher nicht phasengleich, sondern werden zusätzlich überrechnet. Weiterhin kommen zusätzliche Forderungen (u.a. an den Frequenzgang), die nach der Lucas-Auffassung für besseren Klang und Räumlichkeit im Kino sorgen. Also ist THX ein Indiz für guten Klang, aber KEIN MUSS. So wurden für die digitalen 5.1 Mehrkanalverfahren zusätzliche Kriterien aufgestellt (1994). Ein Kriterium ist (nur bei THX Ultra) z.B., dass die Rear-Speaker immer (auch bei AC3 etc.) als Dipol ausgeführt werden müssen, welche auch (wie die anderen Boxen auch) nur ein geringes magnetisches Feld außerhalb des Gehäuses haben müssen. (magnet. Schirmung)
  • MP 3 : Dieses besonders durch das Internet verbreitete Stereo-Komprimierverfahren wurde anfang der 90-er vom deutschen Fraunhofer Institut entwickelt. Es wurde vom "MPEG-Konsortium" als MPEG 1 / Audio-Layer 3 freigegeben, da es dem Audio-Layern 1 und 2 durch noch aufwendigere Algorithmen (hybride Filterbank, ungleichmäßige Quantisierung und Huffman-Längencodierung) bei kleinerer Datenrate klanglich überlegen ist. Es ist variabel, was die Datenraten angeht: Stereo (44 kHz) von 112 kb/s bis maximal 320 kb/s. Abhängig von der Musik ist es ab 192 kb/s qualitätsmäßig überzeugend. Meine Meinung dazu
  • HDCD : Diese High Density Compact Disc ist abwärtskompatibel zum alten Red Book Standard. Sie enthält zusätzliche Daten, die eine Steigerung der Samplingtiefe von 16 auf 20 Bit ermöglichen, das heißt die Amplitude ist 16 mal genauer und ermöglicht so einen Rauschabstand und eine Dynamik von etwa 120 dB. Es existieren nur wenige Pressungen damit und es wurde auch nur in teure CD-Player integriert.
  • SACD : Die Super-Audio-CD von SONY ist vom Konzept her neu und hat außer dem Aussehen kaum noch was mit dem "Original" zu tun. Lizenzen dafür wurden z.B. bereits an Philips, Kenwood, Denon, Sharp und den Edelfirmen Marantz (gehört ebenfalls zu Philips) und Accuphase vergeben. Während man bei der DVD-Audio beim konventionellen PCM-Format bleibt, geht man hier einen etwas anderen Weg. Die SA-CD besitzt eine hohe Samplingrate von 2,8 MHz und einen Frequenzbereich bis 100 kHz (laut stereoplay sind es aber nur maximal 50 kHz) bei einer Dynamik von 120 dB. Man quantisiert aber nicht jedes Sample absolut mit z.B. 20...24 Bit, sondern im 1-Bit-Verfahren (a la D-PCM), das heißt erhöht (oder verringert) sich der Pegel, wandert auch das Signal ein Pegelstufe nach oben oder unten, je nachdem. Wie genau die Pegelstufen sind? Vermutlich dürften sie vergleichbar mit einer 20-Bit-Auflösung (wegen der angegebenen 120 dB) sein. Obwohl der Frequenzbereich gegenüber der DVD-A etwa eine Oktave weniger umfasst, ist die Auflösung im Zeitbereich durch den hohen Takt theoretisch etwa 15 mal genauer, durch die 1-Bit-Geschichte dürfte der Vorteil hier aber schon wesentlich geringer ausfallen, da das Signal mehrere Takte braucht, um vom untersten zur obersten Pegelstufe zu kommen. Gar nicht schlecht ist die Idee, die obere Schicht für die Standard-CD-Daten zu nutzen, während man die untere Schicht, die mehr Speicherplatz fasst, für höherwertige Wiedergabe nutzt. Durch die hohe Samplingrate sind die Änderungen von Sample zu Sample nur minimal. Der Hauptvorteil dieser Superdisk (leider nur die 5-mal so teure Hybrid-Version) gegenüber der DVD-A ist die Abwärtskompatibilität der Disks bei herkömmlichen CD-Playern. Es gibt auch eine mehrkanalige Version (6 Kanäle) der SA-CD. Leider existiert noch keine Standard-Schnittstelle zur digitalen Datenübertragung. Will SONY mal wieder Digital-Kopien im Heimbreich verhindern? Das Umrechnen dieses Datenstroms ins PCM-Format ist allerdings möglich.
Die oben genannten DOLBY-Verfahren sind Mehrkanalsysteme. DOLBY A ist ein altes Rauschminderungssystem für Kinofilme. Bei DOLBY B, DOLBY C, DOLBY S handelt es sich um diverse Verfahren zu analogen Rauschreduzierung besonders auf Magnetbändern und -Kassetten. DOLBY HX-PRO ist ein Regler für den Vormagnetisierungsstrom (Bias) bei der Kassettenaufnahme, der die Wiedergabe der Höhen (besonders die Dynamik und Linearität) verbessert.

Anmerkungen:

Zum Vergleich: Die Datenrate einer normalen Audio-CD (PCM, 16 Bit, 44,1 kHz, 2 Kanäle) liegt bei 1411,1 kb/s (=176,4 kB/s).

Nicht verwechseln:
1 b/s= 1 Bit pro Sekunde, 1 B/s = 1 Byte / s = 8 Bit pro Sekunde
1 kb = 1000 Bit, 1 kib = 1024 Bit
1 Mb = 1000 kb
1 kB=1000 Byte, 1 kiB=1024 Byte=2^10Byte, 1MiB = 1024 kiB = 2^20Byte, 1GiB = 1024MB = 2^30Byte

Grund für die 1024 ist die Basis 2 und der Umrechnungsfaktor 8.
Da ich mich auch mal bei den vielen Daten irgendwo irren kann, mail mir, wenn ein Fehler auftaucht.

Übliche Steckerbelegungen:
 
DIN-IEC Diese DIN-Buchse gibt es wahlweise von 3 bis 8-polig, hier die weit verbreitete 5er:
Analoge Verbindung: (Signalrichtung nicht eindeutig)
1 - Aufnahme linker Kanal oder Mono
2 - Masse
3 - Wiedergabe linker Kanal oder Mono
4 - Aufnahme rechter Kanal
5 - Wiedergabe rechter Kanal
S - Schirm für Kabel und Stecker
MIDI (digitale Verb. von Instrumenten)
1 - frei
2 - Masse
3 - frei
4 - +5V
5 - MIDI-DATA IN or OUT
S - Schirm für Kabel und Stecker
3-polig Stereo z.B. bei Plattenspielern
1 rechts
2 Masse
3 links

für die 8-polige Alternative im Car-HiFi-Bereich siehe hier
für die 6-polige Version für Videoverbindungen hier die Belegung
Würfelbuchse
DIN-Kopfhörer-Buchse:
1 Masse für Abschirmung (meist frei)
2 links -
3 rechts -
4 links +
5 rechts +
Grund für die gegenüberliegende Anordnung ist die Möglichkeit, den Stecker zu drehen, ohne Vertauschung der Kanäle. Durch einen Zusatzkontakt in der Buchse kann so gewählt werden, ob evtl. interne LS abgeschaltet werden sollen.
DIN-Laustprecherstecker
DIN-Lautsprecherstecker:
1 LS-Anschluss +
2 LS-Anschluss -


XLR: Niedervolt-Anwendung (vor allem in der Studio- und PA-Technik)
1 - Masse für Schirm
2 - Signal positiv (hot +)
3 - Signal negativ oder Massebezug für Signal (cold -)
Wurden auch für Lautsprecherausgänge verwendet: - an Pin 1, + an Pin 2 (Einige amerikanische Hersteller benutzen für + auch Pin 3)

SPEAKON (TM Neutrik) Lautsprecheranschlüsse:
1+ Lautsprecher plus
1- Lautsprecher minus
2+ frei oder 2. Lautsprecher +
2- frei oder 2. Lautsprecher -
(2- und 4-polige Variante sind teilweise pinkompatibel zueinander: die 2-poligen Stecker passen in 4-polige Buchsen, aber nicht umgekehrt.)
Bei Endstufen-Ausgängen werden teilweise bei den 4-poligen Buchsen 1+ und 2+ sowie 1- und 2- zusammen geschaltet
Alternativ sind gebrückte Ausgänge an 2+ und 2- verfügbar.
Bei 2-pol. Kabeln werden nur Pin 1+ und Pin1- geführt, für 4 Pins werden 4-polige Kabel benötigt.
An Boxen wird meist nur 1+ und 1- verwendet.
Man kann auch für 2-Wegeboxen den Hochtonkanal auf 2+ und 2- schalten.

Für Car-HiFi-Stecker sind hier die Belegungen
Für Videoverbindungen hier die wichtigsten Belegungen.

Sucht jemand andere Belegungen von Computer-Steckverbindungen, Schnittstellen, Telefon etc., unter www.elvjournal.de sind die wichtigsten.


Fragen zur CD?

www.cdrfaq.org