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Stand 04.02.2017

Elektronik-Projekte

von K. Föllner



Diese Seite enthält einige Beispiele für meine elektronischen Selbstbauprojekte.

Weitere Schaltungen für den Elektronik-Selbstbau
Klein-Verstärker für PC-Boxen

Übersicht:




1. DC-DC-Converter (Einfacher Step-Down-Wandler)

Diesen DC-DC-Wandler setze ich schon an mehreren Stellen ein.

1.1 Car-Supply
Zuerst als 5V-Versorgung für einen Festplatten-MP3-Player im Auto. Hier schied aufgrund des großen Stromes (max. 2...3A) ein Linearregler aus. Da entfallen dann die Dioden D2 und D3, D1 blieb als Verpolschutzdiode und eine Suppressordiode kam als Eingangsschutz mit einer Schmelzsicherung dazu. D4 wird gebrückt, Masse geht also geht also zur Masse. ;)
Diese Schaltung kann man auch für die Versorgung von Handys oder Smartphones, die ja heute 5V-USB-Versorgungen haben, benutzen.

Ich verwendete den relativ weit verbreiteten IC LM2576. Diesen Schaltkreis gibt es in diversen Bauformen (z.B. TO-220-5) von den Herstellern National Semi, ON-Semi, Texas Instruments u.s.w..

Die Dimensionierung der Ausgangsspannung hängt vom IC-Typ selbst, also dessen Referenzspannung Uref am FeedBack-Pin, und dem Widerstandsteiler R1/R2 ab:

Uref:
  • -ADJ (Adjustable) =1,23V
  • -3.3 für 3,3V
  • -5.0 für 5,0V
  • -12 für 12V
  • -15 für 15V
Will man direkt auf die Referenzspannung regeln, entfällt R1, und für R2 kann man dann einen 0 Ohm einsetzen.
Bei jedem dieser Typen kann man die Ausgangsspannung anders einstellen, sie muss nur gleich oder größer der Referenzspannung sein.
R1 sollte immer zwischen 1..5kOhm liegen.

Uout = Uref * ( 1 + R2/R1)

Bei den Spulen sollte man unbedingt Speicherdrosseln (z.B. von EPCOS oder Würth) nehmen, keine HF- oder EMV-Drosseln. Diese funktionieren nicht richtig, da sie den Strom nicht speichern.

Benutzte Dimensionierung:

C1: 2200uF, 63V
C2: 2200uF, 63V
D5: MBRS360T
L1: EPCOS B82111 (100uH-2,5A)
Ein weiterer LC-Filter wurde nachgeschaltet:
Anstatt R3 eine Spule B82111 (5uH-4A)
C3 = 100uF/25V

schematics DCDC

Mechanisch wurde der Stabi noch mit einem Kühlkörper versehen, der dann mit auf die Leiterplatte gelötet wurde.
Der IC, die drei Elkos, die beiden Spulen und der Sicherungshalter waren bedrahtete Bauteile, der Rest wurde mit SMD-Teilen bestückt.(ist im Bild unten auf der Leiterplatten-Unterseite.)



Das Ganze kam in ein isolierendes Kunststoffgehäuse. Angeschlossen wird das Ganze über eine DC-Buchse (im obigen Bild links), die zum Zigaretten-Anzünder-Stecker führt. Sekundär wurde ein Kabel mit dem Stecker für den Festplatten-MP3-Player herausgeführt.

1.2 Ersatz-Netzteil

Als zweites kam diese Spannungswandler-Schaltung in einen defekten LED-Spot (Eurolite LED PST-3W). Dieser hielt mit der Originalbeschaltung (ST:VIPer22A samt Optokoppler) nicht mal ein Jahr, der DC-DC-Wandler war den elektro-thermischen Tod gestorben, deshalb ging der Spot durch die Übertemperaturabschaltung an und aus (langsames blinken.(; Toller Effekt...). Zum Glück blieb die LED heil.
Für das Netzteil musste es ein DC-DC-Wandler sein, damit ein kleiner konventioneller Trafo verwendet werden konnte, der auch ins Gehäuse passt.
Der Trafo war ein Typ mit 4,5W-9VAC.
Diese Spannung wurde gleichgerichtet (D1...D4) und mit C1 gepuffert.
Der sekundäre Ausgangsstrom lag bei 300...400mA. Die Sollspannung betrug 3,6V, also sollte nun der ADJ-Typ rein.
Spannungsteiler dann: R1=3,9kOhm, R2=7,5kOhm.
Für Ausgangsströme bis 700mA, wie es auf dem alten Netzteil aufgedruckt war, sollte C1 mind 680uF (>=25V) betragen.
Durch den kleineren Strom musste hier eine größere Induktivität rein.

Soweit der Plan. Da ich keinen ADJ-Typ, dafür aber noch 3 Stück 5,0V-Teile da hatte, benutzte ich diese. Also regelte ich auf 5V und mit einer Längsdiode und dem anschließendem Widerstand 2,7Ohm, kam hinten der notwendige LED-Strom 350mA raus.
Die 3W-LED wurde schon zuvor mit nur mit knapp der Hälfte der möglichen Leistung betrieben, was sicher auch an der notwendigen Kühlung der LED liegt. An die Kühlung der anderen Bauteile hat man da vielleicht nicht gedacht.
In der Praxis nimmt die Lichtstärke auch bei Strömen oberhalb 350mA nur noch leicht zu. So hält das Teil mit neuem Netzteil nun auch länger.

Verwendete Dimensionierung:
IC1 = LM2576T-5.0
L1 = 330uH (1000mA)
C1 = 1000uF, 25V
C2 = 470uF, 25V
C3 = 100uF, 10V
R1 fehlt
R2 = 0 Ohm
R3= eine Diode (2A, Standard, kein Schottky) und nachfolgendem 2,7 Ohm (1W)




2. Umrüstung auf symmetrischen Ausgang (balanced output)

Mein 16-Kanal-Mischpult (Studiomaster Session Mix 16-2) hat zwar alle 16 Eingänge (jeweils MIC und LINE) symmetrisch (balanced), aber der Stereomaster und die 4 AUX sind nur asymmetrisch (unbalanced). Das wollte ich ändern. Nur so kann man hier auch längere Leitungen zum Amp (z.B. an der Bühne) einsetzen.
Vorteil bei den Mischpulten ist die vorhandene symmetrische Spannungsversorgung von +- 15V (mit 0V an Masse).
So kann man direkt Hochvolt-OPs zur Signalumwandlung benutzen. Ich verwendete einen Standard-OP (LM324 / LM2902 / LM358). Mit einem Quad-OP oder zwei Dual-OPs kann man mit nur einer Handvoll Bauteile alles aufbauen. Man muss jedoch auf die Betriebsspannung achten, bei +-10V reicht auch ein 25...28V-Typ, bei +-15V muss es ein 32V-Typ sein. Da hier schon relativ große Pegel (775mV) anliegen, dürften auch mit diesen Standard-OPs keine Rauschprobleme auftreten.


Dimensionierung:
IC1: LM324 (Quad-OP, für den die obige Pinbelegung gilt.)
R1, R2 = 1k
R3...R6 = 10k
R7, R8, R13, R14 = 220R
R9, R10 = 22R
R11, R12 = 100k
C1, C2 = 100nF...1uF

Alle Bauteile waren konventionelle bedrahtete (Hole-Tru).

Für den Stereo-Masterausgang wurden die gleichen XLR-Buchsen verwendet, nur der unbenutzte Pin 2 für den negativen Ausgang benutzt. Der Leiterzug zum bereits benutzten Pin 3 wurde durchgekratzt und hier kam wieder der Positive drauf...
Für die 4 AUX-Ausgänge wurden 4 zusätzliche Stereo-Klinkenbuchsen in die Frontplatte (siehe Bild unten) gebaut. Das Signal wurde nur von den alten parallel abgegriffen.



2.2 Alternative Variante für einen symmetrischen Ausgang

Für ein altes, kleineres Mischpult (das auch mit dem Audio-Multiplexer Punkt 3 unten erweitert wurde) wurde der Master-out ebenfalls um einen symmetrischen (balanced) Stereo-Ausgang erweitert. Die Schaltung wurde parallel an den originalen Cinch-Ausgang geschaltet und die Anschlüsse mit 2 Stereo-Klinkenbuchsen mit 6,3mm versehen.

symmetrischer Ausgang 2

Da im Mixer selbst nur eine schlecht gesiebte, symmetrische Spannungsversorgung +- 16V zur Verfügung stand, wurde eine einfache Stabilisierung mit zwei Bipolar-Transistoren gemacht. Je nach Versorgung sind hier evtl. noch zwei größere Elkos nötg. Die OPs werden dann mit +-11V versorgt. Die Transistoren T1 und T2 sollten eine sehr hohe Stromverstärkung hfe> 1000 aufweisen, dann kann der 220nF auch klein und der 100kOhm groß bleiben. Ich nahm hier zwei Darlingtons BC517(T1) und für T2 BC516, deren hfe liegt bei >30000. Da nur 4V über ihn abfallen bei einem maximalen Strom von ca. 30mA sind das nur ca. 120mW Verlustleistung.
Die effektive Ausgangsspannung ist genauso groß wie die Eingangsspannung, Eingangswiderstand 20kOhm.


3. Audio-Multiplexer

Um ein altes DJ-Mischpult (von Monacor) aufzuwerten, wurde diese Schaltung aufgebaut. Grund war die fehlende Information zur Aussteuerung vor dem Masterregler. So wurde die vorhandene Stereo-LED-Zeile umschaltbar (vor/nach dem Masterregler) gemacht.
Grund dafür ist, dass der Record-Ausgang, der ja unabhängig vom Master läuft, immer den gleichen Pegel haben sollte, damit die dort angeschlossene Lichtanlage ordentlich arbeiten kann.
Nun hätte man vielleicht auch einen mechanischen Doppel-Umschalter benutzen können. ;)

Da hier Störgeräusche nicht auszuschließen sind, benutze ich als IC den Standard-CMOS-Analog-MUXer 4052D. Dieser enthält vier auf zwei Schalter. Hier wurden nun nur je die Eingänge 0 und 1 benutzt, plus den zugehörigen 2 Ausgängen.
Die Umschaltung erfolgte über einen normalen Schalter am Steuerpin für das niederwertigste Bit für die Adresse.

Mit dem Schalter S1 nach Masse wird dann der 1. Eingang (00 für L1, R1) ausgewählt, sonst ist der 2. Eingang (01 für L2, R2) durchgeschaltet.
Audio-Muxer

Dimensionierung:

IC1 = CD4052D (TI), HEF4052B / HCF4052B  (NXP), MC14052B (ON)
R1...R4 = 1k
R5 = 39k
R6 = 4,7k
R7 = 100k
R8...R10 = 1k
C1=680nF
C2, C3 = 4,7uF /16V
D1, D2 = ZD6V8

Andere CMOS-Typen für den IC wie z.B. M74HC4052 (z.B. von ST) gehen auch, hier muss aber eine 5,1V-Z-Diode eingesetzt werden, da diese Teile nur maximal 5,5...6V vertragen.
Bis auf die in der Schaltung nicht eingezeichneten Einstellregler an den Eingängen, waren alle Bauteile SM-Devices.



4. Lautsprecher-LED-Leistungsanzeige

Bei heutigen PA-Endstufen sind ja 350W und mehr RMS-Ausgangsleistung kein Problem mehr. Mit welcher Leistung die Lautsprecher aber wirklich laufen, ist für mich z.B. während einer Party wichtig.
Deshalb baute ich für den PA-und HiFi-Bereich nun schon einige dieser einfachen Anzeigen auf.

Basis war immer der lineare LED-Treiber LM3914 von National-Semi. Meist nahm ich ein konventionelles Netzteil zur Versorgung. Dieses enthielt einen Trafo mit zwei Sekundärwicklungen, um beide Ausgänge galvanisch voneinander getrennt arbeiten zu lassen. Beim letzten Aufbau wurde die Versorgung gleich über die Lautsprecheransteuerung gemacht.

Vorteile: Einfacher Aufbau, parallel zum Lautsprecher ohne weiteres Netzteil.

Genereller Nachteil: nur ungenaue Leistungsmessung, da der Strom nicht erfasst, sondern nur die Spannung gemessen und von einem konstanten Lastwiderstand ausgegangen wird.
Auch ist diese Spannung nichtsinusförmig, also gibt es keine True-RMS-Messung.

Für die üblichen Anwendungen genügt die hier vorgestellte (und weit verbreitete Schaltung) aber vollkommen.
LS-Leistungsanzeige

IC: LM3914 (linearer Bereich)
C1=4,7uF/250VAC
C2=4,7uF/160V
C3=1000uF/25V
R1=47kOhm
R2=1,21kOhm
R3=6,8...8,45kOhm
LED1...LED10: Standard-LED mit 10mA

Mit den Widerständen R2 und R3 stellt man obere Spannungsreferenz und auch den Sollstrom der Leuchtdioden ein.
Die obere Referenzspannung  Urefo=1,25V*(1+R3/R2)
Iled=12.5/R2

Mit den oben angegebenen Werten ergeben sich 10mA LED-Strom und 8,3V (R3=6,8kOhm) bzw. 10V (R3=8,45kOhm) als obere Spannungsreferenz.

Ub=12...24V

Wichtig bei mehreren Kanälen: Jede Anzeige benötigt seine eigene potenzialgetrennte Versorgung, keine gemeinsame Masse, um auch Brücken- und getrennte Endstufen messen zu können.
Am einfachsten geht das mit einem Trafo, der zwei Sekundärwicklungen besitzt. 2x12V (AC) passt da.

Klassisches Netzteil für Leistungsanzeige

Alle LEDs, die ICs, die Elkos und die Einstellregler waren bedrahtet, der Rest wurde mit SMD-Bauteilen bestückt.
Die erste Version misst 2 Kanäle bis 200W. Ob 4 oder 8-Ohm war umschaltbar und wurde über eine 7-Segment-LED-Anzeige angezeigt.
Eine einfache Lüftersteuerung für die Endstufe und LEDs zur Case-Beleuchtung wurden ebenfalls integriert.
Mit dem Einstellregler R1 wird dann die Spannung angepasst.

 U=sqrt(P*Z)

1. Leistungsanzeige: (2-Kanal (Impedanzschalter) mit Lüftersteuerung und Case-Beleuchtung)


2. Leistungsanzeige: (4-Kanal (Impedanzschalter) mit dimmbarer Case-Beleuchtung)

Das zweite Gerät misst 4 Kanäle bis 1000W, hier konnte paarweise auch zwischen 4 und 8 Ohm umgeschaltet werden. (Anzeige wieder über je eine 7-Segement-Anzeige)
Dazu enthielt dieses 19"-Gerät eine dimmbare LED-Beleuchtung für das Case.

Die untere LED ist für die niedrigste Spannung/Leistung P1=12W, die nachfolgenden sind dann für 45, 100, 170, 250, 370, 500, 640, 800 und 1000 Watt.




3. Leistungsanzeige ohne Netzteil:

Diese Variante für einen Bekannten misst bis 200W an 8 Ohm. 10 LEDs für 2, 8, 20, 30, 50, 70, 100, 130, 160, 200 W.
Die Versorgungsspannung für IC und LEDs wurde auch aus dem Lautsprechersignal generiert.

Leistungsanzeige

Schaltung zur Erzeugung der Spannungsversorgung aus dem Lautsprechersignal:
Versorgung ohne Netzteil

R101: 120R / 5W
C101: 22uF/50V
D101...104: 1N4007 o.ä.
D105: ZD24V / >=1W

Die obigen Werte gelten für mittlere Leistungen (max. 100..200W).
Kleinere Leistungen bedeuten auch niedrige Spannungen, erst ab ca. 10W/8Ohm und niedriger Referenzspannung arbeitet diese Schaltung.
Bei großen Leistungen (>200W) werden die Verlustleistungen in Z-Diode und Widerstand noch höher, so dass man hier über ein eigenes Netzteil oder aufwändigere Lösung nachdenken muss.


5. DMX-Terminator

Das DMX-Bussystem, das auf RS-485 basiert und für die Ansteuerung von Lichteffekten und Scheinwerfern benutzt wird, sollte bei Kabellängen über 10m mit richtigen DMX-Kabeln und einem Abschlusswiderstand am letzten Gerät benutzt werden. Mit einigen Mikrofonkabeln hatte ich schon aufgrund großer Kabelkapazitäten einige Probleme.
XLR-Mikrofonkabel benötigen eine gute Schirmung durch niedrige Spannungen (0,1..20mV) aber nur einen relativ geringen zu übertragenden Frequenzbereich von 20Hz bis 20kHz. Kabelkapazitäten beschränken hier je nach Sender die obere Grenzfrequenz im NF-Bereich praktisch nicht.
DMX-Kabel müssen 5V-Pegel (symmetrisch 0/5V) mit einer vergleichsweise hohen Baudrate übertragen: 250kb/s. Um das zu ermöglichen, geringe Kabel-Induktivitäten und -Kapazitäten nötig, um auch eine Bandbreite über 1MHz zu gewährleisten, damit die 250kbps ohne große Flankenverschleifungen.ankommen und erkannt werden können. Um Reflexionen im Kabel und an deren Ende wirksam zu reduzieren müssen die Leitungen konstante Wellenwiderstände verfügen und daher über einen Abschlusswiderstand verfügen.
 Beschaltung im Stecker

Um nun auch das Vorhandensein eines DMX-Signals zu erkennen, kann man in diesen Abschlusswiderstand eine Leuchtdiode integrieren.

Bei DMX sind 110Ohm- und 120Ohm-Kabel verbreitet.
Für ein 110Ohm-Kabel würde auch ein 110Ohm-Abschlusswiderstand benötigt, durch den LED-Strom sollte er etwas größer sein.
Mit LED ergeben sich bei 110Ohm-Kabel folgende Widerstände: R1=115 Ohm, R2=1,6kOhm (low-current LED mit Ic=2mA und Ufwd ca. 2V).
Mit LED ergeben sich bei 120Ohm-Kabel folgende Widerstände: R1=126 Ohm, R2=1,6kOhm (low-current LED mit Ic=2mA und Ufwd ca. 2V).

Man sieht, dass bei Niedrigstrom-LEDs der Einfluss sehr klein ist. Das ist auch wichtig, da dieser Strom nur bei einer Polung fließt. Hier sind wir im üblichen Toleranzbereich, so dass es hier praktisch keine Rolle spielt, ob man einen 120, 124, oder 127-Ohm-Widerstand einsetzt.

Man kann diese 2 Widerstände problemlos in einen XLR-Stecker einbauen und die LED schaut hinten raus. Durch den sync ist die Einschaltzeit von +5V auf dem Minus-Pin länger, so dass ich diese Polarität gewählt habe.

Bild folgt...


6. Phantomspeisung für Mikrofone

Da mein 16-Kanal-Mischpult (genau wie meine anderen) keine zuschaltbare Phantomspeisung besitzt, ich aber auch Kondensator-Mikros einsetzen wollte, sollte mindestens eine 4-fach-Speisung aufgebaut werden.
Prinzipiell gibt es verschiedene Varianten und Spannungen. Die 48V-Variante ist am meisten verbreitet. Leider haben viele Kauf-Nachrüstgeräte hier eine zu niedrige Spannung, mein bisheriger Vorverstärker z.B. nur 35V. Die Norm für P48 schreibt 48V (+- 4V) mit zwei 6,8-Kiloohm-Widerständen vor.
Um wenig Störungen zu bekommen, sollte das eigentliche Netzteil getrennt z.B. als Steckernetzteil umgesetzt werden. Die ersten Ideen mit Step-up- oder Ladungspumpenkonzept verwarf ich dann aber und machte es simpel, da ich noch ein altes AC-Steckernetzteil mit ausreichend hoher Spannung herumzuliegen hatte.
Der Trafo lieferte 26V-AC, nachdem ein paar Wicklungen herunter waren und etwa 22V herauskamen, kam man durch die Spannungsverdopplerschaltung (die beiden Dioden und nachgeschalteten Elkos) auf eine DC-Spannung von ca. 60V im Leerlauf und 53V bei einer 120mA-Belastung. Das entspricht 8 Ausgängen, die kurzgeschlossen sind. (Die DC-Leerlaufspannung darf aber in dieser Beschaltung 65V nicht überschreiten, um die ICs nicht zu schädigen. Die Minimalspannung muss immer mindestens 2V über der Ausgangsspannung liegen, damit der Regler noch arbeiten kann.)
Es kommen zur Gleichrichtung zwei Standard-Dioden z.B. 1N4007 zum Einsatz.
Um eine stabile Versorgung zu erhalten, sollte ein richtiger Stabi benutzt werden. Leider hatte ich keinen LM317HV (Hochvolt bis 60V), aber einen ganzen Sack an normalen LM317-Stabis. Dieser kann nur Eingangsspannungen bis zu 37...40V verarbeiten. Die erste Idee mit zusätzlichem Transistor verwarf ich und nahm einfach 2 von diesen Standard-Reglern. Der erste (im Bild der untere) regelt den Fußpunkt des anderen auf etwa 31V. Der obere wird auf 18V eingestellt, um hinten +49V herauszubekommen. Die Z-Dioden dienen dem Schutz der beiden ICs, die 10uF-Elkos rechts (alle mind. 63V) verbessern das Regelverhalten.

Aufgrund der abfallenden Eingangsspannung bei höherem Strom braucht der obere LM317 nicht mal eine zusätzliche Kühlung.

48V-Stabilisierung
Eingangstrafo vor AC in, siehe Text oben
R1= 120R
R2= 3k
R3= 220R (aus 2 Widerständen in Reihe, angepasst, um Ausgangsspannung auf 49V einzustellen)
R4= 3k
3 Eingangs-Elkos 100uF/100V
4 Ausgangs-Elkos 10uF/ 63V
Z-Dioden 36V

Die +49V anstatt der 48V ergaben sich aus der nachgeschalteten Filterung und Entkopplung im eigentlichen Phantomspeisemodul. Jeder Ausgang bekommt dafür einen Diode (Standard U>=100V z.B. 1N4007) und einen RC-Tiefpass spendiert. (fc ca. 34Hz), über den nochmals je nach Laststrom etwa 0,3...2V abfallen.
Als Widerstände nahm ich handvermessene 6,74-Kiloohm-Teile. Aus 50 bestellten bekam ich genau 16 passende heraus. Sonst muss man jeweilige Päärchen suchen. Der Widerstand ist ein 5%er, die Abweichung zueinander pro Ausgang darf max. 0,4% betragen. Durch das Ausmessen lag ich hier bei <0,15%. Genauere Werte zeigte mein Digital-Multimeter nicht an.

Um Mikrofone nicht beim Einstecken zu beschädigen, ist ein Schalter zwischen +49V-Versorgung und Mikrofonteil (vor den Dioden) vorgesehen.
Denn zuerst werden immer alle Mikros angesteckt, dann erst die Speisung zugeschaltet. (Sonst könnte ein Steckkontakt vor dem anderen verbunden werden...)
Aus diesem Grund ist der 150kOhm-Widerstand dem Elko an jedem Ausgang parallelgeschaltet, damit sich dieser auch entladen kann. Nach min. 20 Sekunden nach dem Ausschalten können weitere Mikros angesteckt werden, da die Restspannung dann unter 2V liegt.
Die beiden Elkos im Signalweg entkoppeln diesen Gleichspannungsanteil vom Mischpult. Nur so kann auch jedes Mischpult mit symmetrischem Eingang ohne Schaden mit dieser Phantomspeisung arbeiten, da sich die jeweiligen Eingangsbeschaltungen (Spannungsfestigkeiten) unterscheiden und meist nicht bekannt sind.
Unsymmetrische Eingänge wie z.B. von DJ-Pulten sollte man mit dieser Beschaltung aber nicht benutzen!


Da das Netzteil 120mA dauerhaft liefern kann, nahm ich auch 8 Ausgänge (also 8 Eingangs- und 8 Ausgangsbuchsen) als Basis, die in nahezu jedem Fall immer ausreichen sollten.
Statt einer simplen Leuchtdiode als Anzeige der vorhandenen Spannung wählte ich eine Spannungsüberwachung, um die Wahrscheinlichkeit zu reduzieren hier teure Mikros zu beschädigen. Die nachfolgende Schaltung zeigt an, ob die erzeugte Spannung im korrekten Bereich liegt. Zwei einfache OP-Stufen werden als Komparator benutzt. Mit R5 stellt man die untere Spannungsschwelle ein, hier sollte man 35V...47V einstellen, die Norm sagt 44V, ich nahm 47V. Mit R6 wird die obere Spannungsschwelle eingestellt. Ich nahm 51V, 52V wäre laut Norm maximal zulässig. Man sollte diese Werte nicht zu eng wählen, da die 12V-Z-Diode und die beiden LM317-Stabis ja auch eine Temperaturdrift ausweisen.
Prüfen kann man das indem an Pin 1 ca. 22V und an Pin 7 nahe 0V herauskommen müssen. Als LED nimmt man einen Typ, der mit 2mA schon deutlich leuchtet, also ein low-current bzw ultra-heller Typ.
Die Kondensatoren C1...C3 dienen der Entprellung, mit 100nF ergibt sich so eine Entprellzeit von ca. 10...50ms.

Monitor
IC: LM324 (Dual-OP mit mind. 30V)
R1 = 3k
R2 = 20kOhm.
R3, R4 = 47kOhm
R5, R6 = 47 kOhm Einstellregler
R7 = 20 kOhm, mind. 1/8W (je nach LED, hier 2mA low-current)
C1, C2, C3 = 100 nF / 100V
D: 1N4007

In ein Gehäuse integriert sieht die 8-fach Phantomspeisung dann so aus: (Die Alu-Folie dient der Abschirmung.)

8-fach Phantomspeisung


7. ff

Mal sehen, ob ich die Lauflichtschlauch-Steuerung, DMX-Switch, DMX-Relay, USB2DMX mit Splitter, sowie Steuerung für eine Nebelmaschine, SPDIF-Konverter, Mini-Vorverstärker, 20-Kanal-Meter-Bridge ... auch mit hier aufnehme.