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Stand 09.09.2016

Boxenbau Projekt 4: Car-HiFi-Bandpass

von K. Föllner
 

Hier geht es um den Aufbau eines preiswerten Car-HiFi-Subwoofers.

Wer will, kann dazu einen Ravemaster VXT 104 (ein 25cm Chassis, nicht verwechseln mit der Blueline-Serie) in eine 65 Liter Bassreflexkiste mit einem Rohr mit einem Durchmesser von etwa 10cm und einer Länge von etwa 26cm (ein 7,5cm Rohr 14,5cm) hauen. Die untere Grenzfrequenz fu (-3dB) würde noch sicher unter 40Hz liegen.
Die verwendeten Chassis stammen aus dem Jahre 1999.

Da aber 65l netto immer noch viel ist, würde ich deshalb ein Push-Pull-System (mit 2 Chassis) empfehlen. Dann setzt man auch auf einen Bandpass.
Hier eine mögliche Dimensionierung:
geschl. Volumen 19l (mit Dämmwolle voll gestopft, lässt sich das auf 16l verringern; Reflexvolumen 14l; Kanal 7x10cm mit 33cm Länge. Die Güte beträgt etwa 0,7. Jedoch ist durch das Isobarik-Prinzip für die gleiche Lautstärke (im Vergleich zum Reflexsystem) etwa die doppelte Leistung (Endstufe mit mind 2x100W, besser  150...180W sinus) notwendig.

Hier braucht man nun aber wirklich eine leistungsstarke Endstufe, die gebrückt an 4 Ohm etwa 500W bereitstellen kann, damit man an 8 Ohm (Reihenschaltung) noch etwa 360W für beide Chassis raus bekommt.

Das Chassis ist leicht erhältlich, so z.B. gibt es das auch im Conrad-Katalog (im Katalog beim Disco- und PA-Zeug) und es kostet ca. 35 Euro. Es werden 2 Stück benötigt. Zu jedem Teil gibt es auch einen neckischen Aufkleber dazu.

Hier die Herstellerangaben: (ich hoffe, dass die nicht zu weit abweichen!) Ich konnte bis jetzt die Werte noch nicht überprüfen. Es ist aber für diesen Preis relativ solide aufgebaut, und sollte schon eine Weile halten und den Klang kaum verändern, wenn man es nicht mit mehr als 200W (Musik) befeuert.
 
Elektrische Werte:
Belastbarkeit (RMS) 180 W
max. Impulsleistung (peak) 500 W
Impedanz 4 Ohm
Qts 0,35
fs 29 Hz
Vas 114 Liter
Schalldruck 93dB
Mechanische Werte:
Korbdurchmesser (258mm)
Lochkreis (250mm)
Membranfläche (423qcm)
Einbautiefe (80mm)
max. Magnetdurchmesser (118mm)
Eigenvolumen (1,75 Liter)
Schwingspulen-Durchmesser (50mm)
Hier die Seitenansicht (von rechts):
Seitenansicht (Klicken für Vollauflösung)
und der Schnitt (von vorn):
Schnitt (Klicken für Vollauflösung)

Die Schräge ist für die meisten Autos nicht steil genug, es wurde auf ein spezielles Fahrzeug (siehe hier) abgestimmt, also deshalb besser nachmessen!
Um die Abstimmung nicht zu verändern, sind dann oben einige cm zuzugeben, unten die gleiche Länge abzuziehen. 30,1cm+Xcm und 44,4cm-Xcm für eine steilere Schräge.

Ein erster Hörtest (Die Chassis könnten auch noch nicht ganz eingeschwungen gewesen sein und Verstärker war schon alt....) ergab eine etwas höhere Einbaugüte, deshalb sollte man das geschlossene Volumen auf jeden Fall mit Dämmwolle ausstopfen. Viel hilft viel.

Beim dargestellten Gehäuse ergibt sich ein geschlossenes Volumen von 23,8 Litern, das Reflexvolumen ist 14,7 Liter groß. Davon ist jeweils das Eigenvolumen des Chassis abzuziehen, um das Volumen zu erhalten, das effektiv zur Schalldruckerzeugung zur Verfügung steht. Das geschlossene Gehäuse habe ich dennoch mit Noppenschaumstoff an den Innenwänden ausgekleidet und mit Dämmwolle gestopft.

Weitere Details habe ich in der BASSCADe-Beschreibung: carsubsimulation.pdf.

Ich habe den Subwoofer mal mit einer kleinen Endstufe (2x65W an 4Ohm) getestet, für normale Lautstärken auch während der Fahrt genügte das vollkommen, trotz Limousinen-Abschirmung vom Kofferraum.

Folgende Bilder zeigen den Aufbau der Box im Inneren.

Subwoofer offen Subwoofer innen


Das Frontterminal wurde in den Deckel geschraubt. Das waren 4 einzelnen Gold-Schraub-Terminals.

Anschließend wurden die Schnittkanten glatt geschliffen und der Deckel abgedichtet aufgeschraubt.

Zum Schluss kam schwarzer Filz-Bespannstoff über die Grundierung.


Nach dem Ausbau aus dem Auto versieht dieser Subwoofer noch immer im Wohnzimmer als Teil der 5.1-Anlage seinen Dienst.